Organisatorische Plastizität

Hierarchische Ordnungsstrukturen begleiten unsere Menschheit seit tausenden von Jahren. Wir haben Hierarchien viel zu verdanken.

Hierarchie ist ein kohärentes und Ordnung schaffendes System, welches es ermöglicht, viele Menschen strukturell sich weiterentwickeln und gemeinschaftlich neue große Dinge entstehen zu lassen. Ob als Gesellschaft, Regierung oder in Unternehmen und Organisationen. Wir finden dort Hierarchien vor. Oben sind diejenigen die denken und vorgeben und weiter unten finden wir diejenigen die es nach Vorgaben ausführen und entsprechend handeln.

Die Führung trifft Entscheidungen, welche auf alle Ebenen ‚ausgerollt‘ werden und die Zukunft sowie den Erfolg eines Systems lenken sollen.

Das System an sich ist effektiv, effizient und Ordnungsschaffend. Drei der größten Probleme dieses Systems jedoch sind, es ist träge, menschenverachtend und sehr anfällig für Missbrauch. Auch ist es in einer globalisierten und digitalisierten Welt, in der Menschen weltweit untereinander vernetzt sind und sich austauschen, überholt und zum Auslaufmodell geworden.

Seit wir Ende der 1970er Jahre in das Wissenszeitalter eingetreten sind und das Zeitalter der Industrialisierung sich seinem Ende neigte, kommt das Modell der hierarchisch gelenkten Organisation kontinuierlich an seine Grenzen.

Ein weiteres großes Problem besteht jedoch in dem vorherrschenden Dogma, dass eine oder wenige Personen, die Führung, dem Glauben erliegen, am besten zu wissen was gut und richtig für die Organisation, alle darin Beschäftigten sowie für deren Kunden ist.

Organisationen bilden ein komplex-adaptives System. Der heutige hohe Grad an Komplexität in Organisationen verhindert jedoch die Wirksamkeit der Hierarchie, eine kohärente Ordnung zu schaffen.
Kein komplexes System funktioniert mit einer Hierarchie. Wir benötigen Strukturen und Koordinationsmechanismen jedoch keine zentralistische Entscheidungs-Führung.

Emergente Organisationsstrukturen

Organisatorische Plastizität bezeichnet die Fähigkeit einer Organisation, ihre Struktur und Funktion in Reaktion auf Erkenntnisse der Zusammenarbeit ihrer Organisationsmitglieder und ihrer Interaktionen mit dem Markt und Kunden zu verändern.

Während in hierarchisch geführten Organisationen die Führung und das Management die Hauptaufgabe hat, die Organisation und ihr System permanent zu optimieren, so geschieht dies bei organisatorischer Plastizität durch die Beteiligten des Systems in Selbstorganisation. Formgebende und gestaltende Einflüsse gehen dabei von den Organisationsmitgliedern selbst aus und nicht von einer zentralistischen Führung.

Die Folge sind emergente Organisationsstrukturen, welche den Bedürfnissen des Marktes, ihrer Kunden und Organisationsmitglieder in Einklang mit dem eigentlichen Geschäftszweck einer Organisation abbilden. Da sich emergente Organisationsstrukturen jedoch permanent verändern können, sie sind plastisch in Abhängigkeit der Bedürfnisse ihrer Beteiligten Elemente, verändern wir damit das zuvor beschriebene Dogma, dass einige wenige am besten zu wissen glauben, was gut für alle Beteiligten eines Systems ist.

Das Ergebnis organisatorischer Plastizität ist die Aufhebung der Trennung des Denkens vom Handeln und damit die Grundlage um in Organisationen das Potential und kreative Kapital aller Organisationsmitglieder zu entfalten und zu fördern. Dies bildet die Grundlage für eine lernende und agile Organisation.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.